{"id":2269,"date":"2021-08-11T16:35:22","date_gmt":"2021-08-11T14:35:22","guid":{"rendered":"http:\/\/ki-ela-stories.de\/?page_id=2269"},"modified":"2021-08-11T16:35:22","modified_gmt":"2021-08-11T14:35:22","slug":"die-diagnose","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ki-ela-stories.de\/?page_id=2269","title":{"rendered":"Die Diagnose"},"content":{"rendered":"<p>Diese Blogeintr\u00e4ge sind meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Eindr\u00fccke. Falls ich etwas falsch wiedergegeben habe, m\u00f6ge man es mir nachsehen, (genauso wie Rechtschreibfehler). Vielleicht interessiert es Euch, was passiert, wenn man diese Diagnose bekommt.<\/p>\n<p><strong><em>Life is what happens while you\u2019re busy making plans \u2013 John Lennon<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich hatte der Sommer ganz gut begonnen. Die Coronalage schien sich zu entspannen, die erste Impfung hatte ich schon hinter mir, die zweite stand kurz bevor. Und endlich haben wir es auch geschafft, ein Zimmer als mein Arbeitszimmer herzurichten. Die Ideen f\u00fcr einen neuen Roman schwirrten in meinem Kopf herum und die ersten Kapitel hatte ich bereits geschrieben. Unser Schottlandurlaub musste zwar zum zweiten Mal gecancelt werden, aber daf\u00fcr hatten wir uns f\u00fcr eine Woche Sylt im September entschieden. Die Vorfreude darauf ist ja auch sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Und dann war da dieser Routinetermin, Mammographie, alle zwei Jahre. Eigentlich eher ein l\u00e4stiges \u00dcbel, aber wichtig, also ging ich nat\u00fcrlich hin. Die Wartezeit auf das Ergebnis kam mir im Nachhinein l\u00e4nger vor, als ich das bei dem Vorigen in Erinnerung hatte, doch vielleicht war das auch nur Einbildung. Als ich den Brief dann in der Hand hielt, schoss mir als Erstes durch den Kopf, dass dieser aber dicker war, als der vor zwei Jahren.<\/p>\n<p>Man teilte mir mit, dass \u00bbzur abschlie\u00dfenden Befundung die Durchf\u00fchrung erg\u00e4nzender Untersuchungen angezeigt ist\u00ab.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hm.<\/p>\n<p>Sofort ist da ein mulmiges Gef\u00fchl, auch wenn man sich direkt einredet, dass das sicher nur Routine ist und das da nichts Schlimmes bei rauskommen wird. Immerhin steht als letzter Satz ja auch im Schreiben: \u00bbBitte verstehen Sie diese Einladung nicht als Nachricht, dass ein b\u00f6sartiger Befund vorliegt.\u00ab<\/p>\n<p>Und trotzdem ging das Kopfkino immer wieder los.<\/p>\n<p>Ich war schon sehr nerv\u00f6s, als ich dann die Praxis betrat und darauf wartete, dass die Untersuchungen losgingen.<\/p>\n<p>Eine sehr nette \u00c4rztin erkl\u00e4rte mir dann, dass sie auf den Bildern einen Knoten entdeckt h\u00e4tten und dass dieser abgekl\u00e4rt werden m\u00fcsste. Noch einmal wurden Mammographieaufnahmen gemacht und dieses Mal auch eine Ultraschalluntersuchung. Danach teilte sie mir mit, dass sie gerne eine Biopsie machen w\u00fcrde, um zu testen, ob dieser Knoten gut- oder b\u00f6sartig w\u00e4re. Ich war darauf gar nicht vorbereitet und f\u00fchlte mich etwas \u00fcberrumpelt, weil dies an Ort und Stelle geschehen sollte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Biopsie, die v\u00f6llig schmerzlos war, hat sich eine Medizinische Fachangestellte sehr lieb um mich gek\u00fcmmert und auch die \u00c4rztin hat versucht, mich mit Fragen zu meinen Romanen abzulenken. Ich muss wirklich sagen, dass ich von der empathischen Art der beiden positiv \u00fcberrascht war.<\/p>\n<p>Jetzt hie\u00df es nochmal eine Woche warten bis zur \u00bbUrteilsverk\u00fcndung\u00ab. Im Nachhinein muss ich sagen, dass diese Wartezeit eine kleine Folter war. Einerseits m\u00f6chte man diese Ungewissheit sofort beendet wissen, andererseits will man aber lieber gar nicht hingehen, weil man Angst vor dem Ergebnis hat und sich fragt, wie es dann wohl weitergehen wird.<\/p>\n<p>Dass es weitergehen w\u00fcrde, habe ich dann erfahren. Der Befund habe ergeben, dass dies ein b\u00f6sartiger Knoten w\u00e4re und man ihn auf jeden Fall entfernen m\u00fcsse. Aber die ersten Ergebnisse w\u00e4ren positiv, man k\u00f6nnte den Krebs gut behandeln und eine Therapie sei erfolgversprechend. Ich habe die Worte der \u00c4rztin noch im Ohr: \u00bbDas rocken Sie.\u00ab<\/p>\n<p>Mit dem Befund und einer CD habe ich die Praxis dann verlassen. Nach dem ersten Schock wurde ich wieder ruhiger, weil ich jetzt Gewissheit hatte. Und die Prognosen h\u00f6rten sich nicht schlecht an, daran wollte ich mich festhalten.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag bekam ich einen Termin im Klinikum Leverkusen, mein Gl\u00fcck, denn es hatten zwei Patientinnen abgesagt. An diesem Tag hat es sehr heftig geregnet, wie die Tage zuvor bereits auch schon, doch was jetzt an Wassermassen herunterkam, war au\u00dfergew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p>Ich wurde dort sehr nett von zwei sogenannten \u203aBreast Care Nurses\u2039 empfangen. Sie haben mir wirklich alles ganz genau und mit beneidenswerter Geduld erkl\u00e4rt. Das Gleiche gilt f\u00fcr eine \u00c4rztin, die sich ebenso viel Zeit genommen hat. Als ich die Klinik schlie\u00dflich wieder verlassen habe, hatte ich einen Ordner mit jeder Menge Unterlagen, Brosch\u00fcren und Untersuchungsterminen unter dem Arm. Der R\u00fcckweg war dann ein kleines Abenteuer, denn der Regen war nicht ohne Folgen geblieben und einige Stra\u00dfen waren bereits gesperrt. Auch ich musste durch eine Unterf\u00fchrung fahren, in der das Wasser schon die Fahrbahn geflutet hatte.<\/p>\n<p>Dieses Unwetter hatte dann zur Folge, dass das Klinikum f\u00fcr ein paar Tage evakuiert werden musste. Zum Gl\u00fcck ist niemandem etwas passiert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mein erster Termin war eine Knochenzintigraphie. Ich wusste zwar, wozu die gemacht werden sollte (um eventuelle Metastasen sichtbar zu machen), aber nicht, wie der genaue Ablauf sein w\u00fcrde. Und es war vielleicht auch gut so, dass ich dies vorher nicht gegoogelt habe. Zuerst wird einem eine leicht radioaktive Substanz gespritzt, danach wird zwei bis drei Stunden gewartet. Die Aufnahmen werden dann von einer Gammakamera gemacht. Das \u203aDing\u2039 ist zwar keine R\u00f6hre wie ein MRT-Ger\u00e4t, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so dicht auf einen herunterf\u00e4hrt. Ich leide etwas unter Platzangst, deswegen war diese Untersuchung, die etwa drei\u00dfig Minuten gedauert hat, f\u00fcr mich eine echte Herausforderung. Au\u00dferdem bin ich auch nicht gerade die Schlankste, weswegen ich mich sowieso schon immer etwas unwohl f\u00fchle. Die Kleidung darf man \u00fcbrigens anlassen, solange man nichts Metallisches an sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Und ich war mehr als erleichtert, als es dann endlich vorbei war. Die Untersuchung tut \u00fcberhaupt nicht weh, es ist wirklich die Enge, die einem zu schaffen machen kann. (Vielleicht bin ich auch einfach nur eine riesengro\u00dfe Memme oder ich habe zu oft \u203aFinal Destination\u2039 (die Solarium-Szene) gesehen.)<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Termin war dann im Leverkusener Klinikum, das zum Gl\u00fcck den Betrieb wieder aufgenommen hat. Diesmal war es ein CT und diesmal wusste ich, was mich erwartete. Zuerst trinkt man ein Kontrastmittel, daf\u00fcr hat man ungef\u00e4hr eine Stunde Zeit. Schlie\u00dflich soll man sich auf eine Liege legen (auch hier darf die Kleidung anbehalten werden, nur den BH musste ich ausziehen, das Shirt konnte ich dann wieder dr\u00fcberziehen). Die Liege f\u00e4hrt dann durch einen Ring hindurch, der aber nicht sehr eng ist. Au\u00dferdem bekommt man einen Zugang gelegt. Im Vergleich zu der Knochenzintigraphie war dies hier ein Spaziergang. Das Ganze war auch v\u00f6llig schmerzlos, nur einmal wurde es kurz unangenehm, weil durch den Zugang etwas gespritzt wurde, was sich f\u00fcr einen Moment etwas komisch anf\u00fchlt. Ab und zu muss man die Luft anhalten und dann ist das Ganze auch schnell vorbei.<\/p>\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter ging es wieder in die Klinik, wo die Ergebnisse besprochen wurden. Zum Gl\u00fcck gab es keine b\u00f6sen \u00dcberraschungen.<\/p>\n<p>Heute stand die letzte Untersuchung vor der OP an. Nennt sich Sentinel-Lymphknotenmarkierung und dient dazu den W\u00e4chter-Lymphknoten zu identifizieren, denn dieser wird bei der OP mit entfernt. Sollte dieser nicht von Krebszellen befallen sein, brauchen auch keine weiteren Lymphknoten entnommen zu werden.<\/p>\n<p>Diese Untersuchung wurde wieder von dem \u203aDing\u2039 gemacht (siehe oben Knochenzintigraphie) und ich hatte schon Angst, dass es erneut so eng werden w\u00fcrde. Dieses Mal musste ich den Oberk\u00f6rper frei machen. Vor den Aufnahmen bekommt man eine leicht radioaktive Substanz in die Brust gespritzt, dann werden die Bilder gemacht. Zum Gl\u00fcck f\u00e4hrt die Gammakamera nicht so dicht ans Gesicht heran und es geht auch wesentlich schneller. Nach einer bis anderthalb Stunden erfolgt noch einmal die gleiche Prozedur, dann ist man fertig.<\/p>\n<p>Morgen ist die OP, wie es danach weitergeht, werde ich sp\u00e4testens nach einer Woche erfahren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Blogeintr\u00e4ge sind meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Eindr\u00fccke. Falls ich etwas falsch wiedergegeben habe, m\u00f6ge man es mir nachsehen, (genauso wie Rechtschreibfehler). Vielleicht interessiert es Euch, was passiert, wenn man diese Diagnose bekommt. Life is what happens while you\u2019re busy making plans \u2013 John Lennon Eigentlich hatte der Sommer ganz gut begonnen. 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