{"id":2274,"date":"2021-10-16T16:46:17","date_gmt":"2021-10-16T14:46:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ki-ela-stories.de\/?page_id=2274"},"modified":"2021-10-16T16:46:17","modified_gmt":"2021-10-16T14:46:17","slug":"die-operation","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ki-ela-stories.de\/?page_id=2274","title":{"rendered":"Die Operation"},"content":{"rendered":"\n<p>Dies sind meine Erfahrungen und ich schildere die Situationen so, wie ich sie erlebt habe. Falls ich etwas falsch erkl\u00e4rt haben sollte, bitte ich das zu entschuldigen.<\/p>\n\n\n<p>Am Tag der OP sollte ich mich um sieben Uhr in der Patientenaufnahme melden. Dort wurden noch einige Formalit\u00e4ten erledigt und ich bekam ein Krankenhausarmband. In dem Wartebereich sa\u00df eine Frau neben mir, die etwas sp\u00e4ter auf der Station mit einem Bett an mir vorbeigeschoben wurde. Wir haben uns gegenseitig alles Gute gew\u00fcnscht, es war schon eine merkw\u00fcrdige Situation.<\/p>\n<p>Ich musste noch etwas auf mein Bett warten, durch das schlimme Hochwasser im Juli war ein Trakt der Klinik nicht mehr funktionsf\u00e4hig, aber trotz der ganzen Lage haben sich alle sehr nett um mich gek\u00fcmmert. Auch wenn man dem Personal angemerkt hat, dass sie etwas gestresst waren, zu mir waren sie immer freundlich und hilfsbereit.<\/p>\n<p>Die Wartezeit wurde allerdings nicht langweilig, denn eine Schwester des Brustzentrums holte mich ab zur Drahtmarkierung. Das ist ein kleiner Eingriff, der vor der OP durchgef\u00fchrt wird. Er wird gemacht, um den Tumor genau zu markieren und dem Operateur sp\u00e4ter als Orientierungshilfe zu dienen. Daf\u00fcr muss man sich auf eine Liege legen, der Bereich der Brust wird \u00f6rtlich bet\u00e4ubt. Unter Ultraschallkontrolle wird dann der Draht an die entsprechende Stelle eingef\u00fchrt. Es sieht ein wenig komisch aus, weil zun\u00e4chst die Spitze des Drahtes herausguckt, sp\u00e4ter wurde er dann gek\u00fcrzt und mit einem Pflaster abgedeckt. Das war aber nicht schlimm, der Arzt war sehr nett und es wurde sogar ein wenig gescherzt. Er hat mir auch versprochen, dass der Draht wieder rausgenommen wird. \ud83d\ude09 Durch die Bet\u00e4ubung ist das Ganze nicht schmerzhaft gewesen. Nach der Markierung wurde ich zur Mammographie geschickt, dort wurde noch einmal die Lage des Drahtes kontrolliert.<\/p>\n<p>Als ich dann sp\u00e4ter wieder auf die Station gekommen bin, war auch ein Bett f\u00fcr mich bezugsfertig. In dem Zimmer wartete eine Patientin auf ihre Entlassung. Sie hatte bereits eine Brustkrebsoperation hinter sich und hat mir Mut gemacht. Schon nach zwei Tagen konnte sie das Krankenhaus verlassen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Leider stellte sich heraus, dass es durch das Hochwasser im Zimmer keinen WLAN- und Fernsehempfang gab. Zum Gl\u00fcck hatte ich einen E-Book-Reader dabei und das Datenvolumen meines Handys habe ich auch gleich aufgestockt.<\/p>\n<p>Die Wartezeit bis zur OP kam mir sehr lang vor und ich wurde immer nerv\u00f6ser. Es gelang mir auch nicht wirklich, mich abzulenken. Ich glaube, es war gegen 14 Uhr, als man mich abgeholt hat. Im OP-Bereich musste ich dann auf eine Liege wechseln und wurde mit einem vorgew\u00e4rmten Handtuch zugedeckt. Um die Beine wurde ein Gurt gelegt, ich habe mich gefragt, ob das dazu dient, dass man nicht von der schmalen Liege herunterf\u00e4llt oder ob damit eine Flucht verhindert werden soll. Beides schienen mir m\u00f6gliche Optionen zu sein.<\/p>\n<p>Ich musste dann noch etwas warten. An der Decke waren \u00fcbrigens Tierposter angebracht. Ich glaube, ich hatte mit einigem gerechnet, aber kurz vor der OP einen Gepard und eine Antilope zu sehen \u2013 damit eigentlich nicht. Es war schon ein bisschen surreal.<\/p>\n<p>Beendet wurde die Wartezeit dann von einem An\u00e4sthesiepfleger, der mich mit einem Gespr\u00e4ch ein wenig von meiner Nervosit\u00e4t abgelenkt hat. Kurz darauf ging es los.<br \/>Das N\u00e4chste, an das ich mich erinnern kann, waren Ger\u00e4usche und Stimmen. Als ich die Augen aufgemacht habe, befand ich mich noch im OP und es wurde mir im Sitzen ein Verband angelegt. Dann ging es zur\u00fcck ins Bett und in den Aufwachraum. Ich wei\u00df gar nicht, wie lange ich dort gewesen bin, als ich zur\u00fcck aufs Zimmer gebracht wurde, war es so gegen 17.30 Uhr.<br \/>Mein Hals hat ein bisschen wehgetan und ich war heiser, aber ansonsten hatte ich keine Beschwerden oder gar Schmerzen. Kurz darauf durfte ich auch schon aufstehen, es klappte alles ganz gut.<br \/><br \/>Am n\u00e4chsten Tag war dann recht viel Betrieb. Zun\u00e4chst gab es die \u00fcbliche Krankenhausroutine mit Blutdruck- und Temperaturmessen, sp\u00e4ter kamen die \u00c4rzte vorbei. Anschlie\u00dfend besuchte mich eine Physiotherapeutin, die mir ein paar \u00dcbungen zeigte. Es folgten noch weitere Besuche von Damen, die mich \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer Reha aufkl\u00e4rten und dass man einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen k\u00f6nne. Es waren wirklich interessante Gespr\u00e4che, zum Gl\u00fcck wurden mir Brosch\u00fcren dagelassen, denn es war nicht m\u00f6glich, sich das alles zu merken.<\/p>\n<p>Ich durfte das Krankenhaus nach drei Tagen verlassen und dar\u00fcber war ich nat\u00fcrlich sehr froh. Es ging mir gut und ich hatte zu keinem Zeitpunkt Schmerzen gehabt, was mich selbst verwundert hatte. Dank des Fernsehentzuges habe ich das Podcasth\u00f6ren f\u00fcr mich entdeckt. Und mit \u00bbGemischtes Hack\u00ab lie\u00df sich die doch recht langweilige Zeit im Krankenzimmer gut ertragen. Allerdings konnte einer der beiden Redon-Drainagen nicht gezogen werden, weil immer noch zu viel Wundfl\u00fcssigkeit herauslief. Das war zwar l\u00e4stig, aber irgendwie arrangiert man sich damit.<\/p>\n<p>Nach f\u00fcnf Tagen wurde die Drainage schlie\u00dflich gezogen, zuerst war ich dar\u00fcber erleichtert, im Nachhinein w\u00e4re es vielleicht besser gewesen, sie w\u00e4re noch ein wenig l\u00e4nger drin geblieben. Es bildeten sich immer wieder Schwellungen, die punktiert werden mussten. Mehrmals in der Woche war ich daf\u00fcr im Brustzentrum. Dort erfuhr ich dann auch, dass die vier Lymphknoten, die mir bei der OP mitentfernt wurden, frei von Tumorzellen waren. An einem Tag war die Schwellung so gro\u00df geworden, dass sie nach dem Duschen aufgegangen war und es \u00fcberhaupt nicht mehr aufh\u00f6ren wollten, hinauszulaufen. Selbst nach einigen Stunden, in denen ich st\u00e4ndig die Verb\u00e4nde und Pflaster gewechselt hatte, stoppte es nicht. Ziemlich entnervt sind wir nachts in die Klinik gefahren und ich hatte Gl\u00fcck, dass direkt ein Arzt da war, der das Ganze schlie\u00dflich in den Griff bekommen hat.<br \/>Aber es gab auch gute Nachrichten. Etwa zwei Wochen nach der Operation wurde mir mitgeteilt, dass ich keine Chemotherapie brauche. Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.<\/p>\n<p>Nachdem die Wunde vier Wochen nach der Operation immer noch nicht richtig verheilt war, wurde die Entscheidung getroffen, dass sie noch einmal vern\u00e4ht werden sollte. Ich hatte mir das so vorgestellt, dass das mal eben auf der Liege im Brustzentrum gemacht wird, aber da hatte ich mich get\u00e4uscht. Der kleine Eingriff wurde im Tagesoperationszentrum des Klinikums durchgef\u00fchrt, daf\u00fcr war nur eine \u00f6rtliche Bet\u00e4ubung notwendig. Als ich im OP war, fragte die \u00c4rztin und die Assistentinnen mich, was ich beruflich machen w\u00fcrde und ich erz\u00e4hlte, dass ich Liebesromane schreibe. Daraufhin z\u00fcckten alle ihre Handys und lie\u00dfen sich die Amazonseite zeigen, auf der sie meine Romane finden. Irgendwie war das eine total witzige Situation \u2013 wann geht es schon einmal so vergn\u00fcgt in einem Operationssaal zu?<br \/><br \/>Dieser erneute kleine Eingriff hat dann auch schlie\u00dflich geholfen. Die Narbe ist nun \u00bbdicht\u00ab und nun folgt der n\u00e4chste Schritt: die Strahlentherapie.<br \/><br \/>Ich m\u00f6chte mich nochmals ganz herzlich bei dem Team des Brustzentrums und des Klinikums Leverkusen bedanken. Zu jeder Zeit wurde ich freundlich und sehr empathisch betreut und ich habe mich gut aufgehoben gef\u00fchlt. Vor allem Danke an Dr. Bertram und Dr. Dukic und den Breast Care Nurses Nikola und Gudrun.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies sind meine Erfahrungen und ich schildere die Situationen so, wie ich sie erlebt habe. Falls ich etwas falsch erkl\u00e4rt haben sollte, bitte ich das zu entschuldigen. 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